Buch des Flüsterns

33. Buch des Flüsterns

Buch des Flüsterns

Buch des Flüsterns

Varujan Vosganian

ISBN: 978-3-552-05646-6

Ein Roman im Hintergrund der Geschichte.

Im April 2013 durfte ich eine Reise nach Armenien machen, seither habe ich eine ganz besondere Beziehung zu diesem Land und Volk.

Während ich ziemlich unvorbereitet nur zwei Freunde besuchen wollte, durfte ich in diesen 2 Wochen ganz viel von der Geschichte Armeniens, bzw. der Geschichte der Armenier erfahren.

Heute würde ich diese Geschichte als eine immerwährende Leidensgeschichte beschreiben. Nicht nur der Genozid von 1915 war ein grausamer Völkermord, die Armenier wurden über Jahrhunderte verfolgt und brutal ermordet. Details davon zu lesen ist fast unerträglich.

Varujan Vosganian gelingt es aber, diese himmelschreiende Geschichte in einen Roman zu verpacken, ohne dass sie den Hass auf die Verfolger schürt. Denn Verfolger waren viele, angefangen von den Osmanen bis zu den Sowjets. Menschen, mit denen ich heute ganz herzliche Begegnungen haben darf, haben oftmals Vorfahren, die als “Armenier-Mörder” einzureihen sind.

Aber nicht nur die aktiven Verfolger, auch die oftmals tatenlos zusehenden Völker tragen sicher Mitschuld. Wenn Armenier flüchten konnten, bedeutete das nicht automatisch die Freiheit. Es ist ein Wunder,dass trotzdem so viele überlebt haben.

Das Buch des Flüsterns von Varujan Vosganian ist sicher auch ein Friedensbuch. In all dem Leid gelingt es dem Autor, eine herzzerreißende Familiengeschichte zu erzählen. Die Kleinigkeiten im Alltag und die Gewohnheiten der einzelnen Menschen lassen einem mitleben, in dem Anatolischen Hochland ebenso wie in der Diaspora in Focsani, einer kleinen Stadt in Rumänien.

Die Beschreibung einer Kaffee-Zeremonie, das Zubereiten von Konfitüre, das verbotene Lauschen eines Radiosenders, das Erzählen von Geschichten und die unzähligen Kleinigkeiten machen das Buch des Flüsterns zu einem besonderen Werk.

Wenn ich bedenke dass Varujan Vosganian auf rumänisch geschrieben hat, verdient auch der Übersetzer Ernest Wichner ein großes Lob. Die Sprache des Buches macht es auch so wertvoll.

(Leopold Kleedorfer)

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