Lutherglaube überlebte

Während das ganze Buch von Paul Dedic ganz viele Einzelheiten der Lutheraner und anderer Protestanten in der Steiermark beschreibt, ist mir das abschließende Kapitel fast zu kurz. Aber vielleicht gibt es für den weiteren Verlauf der Reformation noch andere Quellen. In seinem Werk „Der Protestantismus in der Steiermark“ schließt der Autor mit folgenden Sätzen:

Ferdinand III. hatte in den Fußstapfen seines Vaters bereits im Jahre 1638 die strenge Einhaltung aller von diesem in Religionssachen erlassenen Generalia und Spezialresolutionen anbefohlen. Allein es gelang doch einem Teil der Bewohner besonders der an das durch Jahrzehnte noch stark protestantische Salzburgische angrenzenden Täler oder anderer abgelegener und unzugänglicher Landesteile im Dachstein-, Ötscher- und oberen Murgebiet insgeheim mit ihren Bibeln, Postillen und Gesangsbüchern auch das evangelische Bekenntnis zu bewahren.

Die treuen Bergbauern, die, ohne Pfarrer und Lehrer, durch 180 Jahre, äußerlich scheinbar katholisch, im Herzen evangelisch, ein gefährliches Doppelleben führend, ihren Lutherglauben vererbten, legten den Grund für den nach dem Toleranzpatent Kaiser Josephs (1781) allmählich erfolgten Wiederaufbau des Protestantismus in Österreich. Die Darstellung dieser Zeit liegt außerhalb des Rahmens dieser Arbeit. Aber wie tief muß das evangelische Bekenntnis in den Tagen der Reformation ins Herz des steirischen Volkes gedrungen sein, wenn alle Schrecken der Gegenreformation, alle nachher dem Geheimprotestantismus drohenden harten Strafen von der Zwangsbekehrung bis zur Transmigration den unter der Asche glühenden Funken des Lutherglaubens, dessen Schicksal in Österreich seit je Leiden war, nicht zu ersticken vermochten.

88d

Und, wenn Gott will und wir leben: 5 Jahrhunderte bis 2017

Quelle: „P. Dedic, … [digitale Version http://repertorium.at/sl/dedic_protestantismus_1930.html / gesehen am 23.06.2016.“

(kleo)

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