Israel 2016, Tag 10

26.07.2016 (Tag 10)

Da heute bereits der letzte volle Tag für uns in Israel beginnt, wollen wir keine Zeit verlieren. Nach einem guten Frühstück mit anschließendem Foto mit unserer Gastgeberin Nitsan, gehen wir geradewegs in die Altstadt. Die Grabeskirche dürfen wir uns nicht entgehen lassen. Angeblich ist genau hier vor ca. 2000 Jahren Jesus gekreuzigt worden. Historisch ist das übrigens aus verschiedenen Gründen durchaus wahrscheinlich, dass es genau hier passiert ist. Dies symbolisiert die Hauptattraktion in der riesigen Kirche: Das Grab Jesu Christi. Wir stellen uns in einer langen Menschenschlange an, um uns ca. eine halbe Minute das enge „Grab“ anzusehen. Das alles hat einen strengen, kontrollierten Ablauf, damit alles seine Ordnung hat.

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Die „Grabeskirche“ ist in viele kleine Bereiche unterteilt.

Raffael muss beim Rausgehen natürlich noch schnell ein Foto nachschießen – der freundliche Priester wuschelt ihm danach kurzerhand durch die Haare, wie wenn er sagen wollte: „Du Lauser!“ Neben dem „Grab Jesu“ besteht die Grabeskirche noch aus über 30 verschiedenen Kapellen innerhalb der Kirche. Sechs Konfessionen – Katholiken und verschiedene Orthodoxe finden hier Platz. Man kann sich vorstellen, dass hier viel gestritten wird. Ein paar Schritte weiter gehen wir noch in die deutsche evangelische Erlöserkirche, die sich unmittelbar südlich der Grabeskirche befindet.

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Anders als die Grabeskirche ist die evangelische Erlöserkirche bewusst schlicht gehalten. Danach gehen wir weiter ins „Österreichische Hospiz“ an der Via Dolorosa, ein absolutes Muss für reisende Österreicher! Wir gehen auf die Dachterrasse des Gebäudes und genießen einen wunderbaren Ausblick über Jerusalem. Dort treffen wir zwei junge Burschen aus Vorarlberg, mit denen wir uns noch kurz unterhalten.

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Das Österreichische Hospiz steht in der Via Dolorosa Nr. 37

Nach dem Tor „Lions Gate“ gehen wir noch einen guten Kilometer, bis wir in den Garten Gethsemane gelangen – ein wunderschöner, gepflegter Garten, bestehend aus vielen Olivenbäumen und Sträuchern. Im Garten befindet sich auch die „Basilika aller Nationen“.

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Wir denken daran, dass der Herr Jesus hier Blut schwitze, weil er wusste, dass der Zeitpunkt seiner Auslieferung durch den Verräter Judas sehr nahe ist. Es war für uns sehr eindrucksvoll, hier zu sein. Wir dachten daran, dass Jesus für uns Menschen als einzig Sündloser am Kreuz gestorben ist, damit wir ewiges Leben haben dürfen. Wir verlassen den Garten und gehen weiter nach Osten auf den Ölberg. Ungefähr eine Viertelstunde schwitzen wir den ziemlich steilen Weg hinauf. Wir erwarten eine Landschaft mit vielen Olivenbäumen, so stellen wir uns nämlich den Ölberg vor. Doch weit gefehlt. In Wirklichkeit besteht der Ölberg aus einer Siedlung. Wir sind etwas verwirrt, und wissen nicht genau, wo wir jetzt hingehen sollen. Wir bemerken, dass hier kaum Touristen mehr hier sind. Mitten im Dorf fragen wir einen Mann nach dem Weg zur Himmelfahrtskirche. Der weißt uns allerdings sehr unfreundlich ab. Wir drehen um, um möglichst schnell von hier weg zu kommen. Wir verstehen jetzt, warum hier, im Gegensatz zum Garten Gethsemane keine Touristen mehr sind. Wir sind hier offensichtlich nicht erwünscht. Dies ist übrigens der einzige Moment unseres zehntägigen Israel-Aufenthalts, wo uns etwas mulmig zumute ist. Ansonsten können wir nur Positives über das Land und die Leute dort sagen. Jedenfalls wollten wir uns so schnell auch nicht zufrieden geben. Nach ein paar Schritten in die andere Richtung entdecken wir ein paar Menschen vor einer kleinen Kapelle. Nachdem wir ihnen einige Schekel geben, führt uns einer von ihnen in die sogenannte „Himmelfahrts-Kapelle“. Hauptattraktion in der kleinen Kapelle war der „Fußabdruck Jesu“, da Jesus angeblich von hier in den Himmel aufgefahren ist. Selbstverständlich gefälscht. Es heißt übrigens, dass man sich festhalten sollte, wenn man in Jerusalem ist. Jesus ist laut der Bibel tatsächlich vom Ölberg aus in den Himmel aufgefahren. Als wir nach ca. 3 Stunden durch das Lionsgate in die Altstadt zurückkehren, gönnen wir uns im österreichischen Hospiz einen Apfelstrudel, während wir im Radio klassische Musik lauschen. Das nennt man einen Kulturschock. Vor ein paar Minuten waren wir noch mitten in Jerusalem, und jetzt sind wir mitten in „Wien“! Wir verlassen die Altstadt, weil wir noch unbedingt zum Bazar „Mahane Yehuda“ wollen. Das ist ein riesiger Bazar, wo es so alles gibt, was man begehren kann. Allerdings sind wir auf der Suche nach einem CD-Shop. Ich möchte mir unbedingt eine CD mit „Mizrahi-Musik“, also für unser Verständnis sogenannte „Wüstenmusik“ kaufen. Nachdem wir den CD-Shop nach einiger Zeit gefunden hatten, gehen wir mitten im Markt in ein Fisch-Restaurant! Danach kaufen wir noch ein paar Souvenirs für zu Hause im „Dead Sea Cosmetic Shop“, also Pflegeprodukte aus dem Toten Meer, die zwar angeblich sehr gesund sein sollen, aber auf jeden Fall nicht billig sind. Nachdem wir auch das erledigt hatten, kommen wir ausnahmsweise etwas früher heim als sonst.  Das ist aber auch gut so, denn morgen ist bereits wieder ein anstrengender Reise-Tag!

Text: Michael Wagner    Fotos: Raffael Reithofer

(kleo)

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